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Arbeitgeberverhältnis

Seit dem 01.01.2016 bieten wir euch nur noch Jobangebote auf Lohnsteuerkarte an. Der Hintergrund ist die Einstufung des Promoters als abhängigen Beschäftigten durch den Deutschen Rentenversicherungsbund und der Justiz. Das heißt, wenn Du genaue Anweisungen von den Agenturen erhältst, wie z.B. Aktionszeit, Aktionsort, welche Kleidung Du trägst und welche Tätigkeit Du durchführst, dann bist Du gegenüber der Agentur weisungsgebunden. Das führt automatisch dazu, dass nicht mehr von einer selbstständigen Tätigkeit gesprochen werden kann. Um die Rechtssicherheit gegenüber den Kunden und auch der eingesetzten Promotoren gewährleisten zu können, stellen immer mehr Promotion – Agenturen die Abrechnung auf Lohnsteuerkarte um.

Für eine Promotion- oder Hostesstätigkeit wird ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis abgeschlossen. Das ist ein zeitlich befristetes Arbeitsverhältnis, wenn die Tätigkeit nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr ausgeübt wird. Die drei Monats- oder 70 Arbeitstagefrist bezieht sich nicht auf den Arbeitgeber, sondern auf das Kalenderjahr. Diese bedeute, alle Arbeitsverhältnisse werden im Kalenderjahr addiert. Für eine kurzfristige Beschäftigung fallen keine Beiträge zur Sozialversicherung an, aber es wird die Lohnsteuer durch den Arbeitgeber abgeführt.

Für Dich hat die kurzfristige Anstellung keine Nachteile – im Gegenteil – es bringt Dir einige Vorteile, womit du Dir den Ärger mit dem Finanzamt und der Deutschen Rentenversicherung ersparst:

  • Du musst keine Rechnungen mehr an die Agenturen schreiben.
  • Du wirst vom Arbeitgeber mit deiner Sozialversicherungsnummer bei der Deutschen Rentenversicherung für die kurzfristige Beschäftigung angemeldet. So kann es nicht passieren, dass die Deutsche Rentenversicherung nachträglich Beiträge von Dir fordert, weil Du nicht gemeldet bist oder als Scheinselbständiger agierst.
  • Du bist in dieser Zeit als Angestellter über die Berufsgenossenschaft der Agentur unfallversichert.
  • Dein Versicherungsstatus ändert sich nicht. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung bist Du nicht sozialversicherungspflichtig, daher kannst Du weiterhin in Deiner privaten/freiwilligen Krankenversicherung bleiben.
  • Bei der Steuer musst Du nichts weiter beachten. Die Lohnsteuer wird direkt vom Arbeitgeber an das Finanzamt weitergeleitet. Zu Deiner Steuererklärung reichst Du einfach die Lohnsteuerbescheinigung aus der Beschäftigung als Angestellter ein (erhältst Du von der Agentur). Die bereits abgeführte Lohnsteuer wird automatisch bei der Einkommenssteuerberechnung berücksichtigt. Auch wenn Du als Kleinunternehmer umsatzsteuerbefreit bist, musst Du trotzdem Einkommenssteuer auf Dein Einkommen zahlen. Das wurde bisher im Rahmen Deiner Einkommensteuererklärung durchgeführt. Mit der Lohnsteuer wird das nur vorher an das Finanzamt überwiesen und in Rahmen der Einkommenssteuererklärung verrechnet.

Berechnung des Nettoentgelts

Für die Berechnung des Arbeitsentgeltes gibt es gesetzliche Vorschriften, die nicht immer sofort verständlich sind. Nachfolgend zeigen wir die wichtigsten Posten einer Gehaltsabrechnung:

Bruttogehalt

Das Bruttoentgelt ist der Ausgangspunkt für die Abrechnung. Dazu können noch weitere Leistungen berechnet werden, wie Überstundenleistungen oder Sachbezüge. Alles zusammen ergibt den Gesamtbruttobetrag.

Steuerabzug

In diesem Bereich fällt der Abzug der Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an.

Je nach Steuerklasse wird entsprechend die Lohnsteuer berechnet und wird vom Arbeitgeber an das Finanzamt übermittelt.

Der Solidaritätszuschlag mit 5,5 Prozent und die Kirchensteuer, je nach Bundesland mit 8 Prozent (in Bayern und Baden-Württemberg) oder 9 Prozent (in den restlichen Bundesländern) werden von der Lohnsteuer ermittelt.

Die Kirchensteuer fällt nur an, wenn der Arbeitnehmer Mitglied in der Kirche ist.

Sozialversicherungsbeträge

Die Sozialversicherungspflicht richtet sich nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses.

Es gibt 4 Säulen, die vom Bruttogehalt in Abzug gebracht werden. Das sind:

  • Rentenversicherung (Beitragssatz: 18,7 Prozent)
  • Arbeitslosenversicherung (Beitragssatz: 3,0 Prozent)
  • Krankenversicherung und (Beitragssatz: 14,6 Prozent zzgl. Zusatzbeitrag der Krankenkassen)
  • Pflegeversicherung (Beitragssatz: 2,35 Prozent zzgl. 0,25 Prozent für kinderlose Arbeitnehmer ab 23 Jahre)

kurzfristige Beschäftigung:
Bei einer kurzfristigen Beschäftigung fallen keine Sozialversicherungsabgaben an.

geringfügige Beschäftigung (450 Euro – Job):
Bei einer geringfügigen Beschäftigung zahlt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer einen Pauschalbetrag von ca. 30 Prozent.

Vollbeschäftigung:
Bei einer Vollbeschäftigung ist der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig. Hier teilen sich die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Jedoch muss der Arbeitnehmer bei einigen Sozialversicherungen etwas mehr Beitrag zahlen.

Nettogehalt

Das Nettogehalt ist das Ergebnis, aus dem Bruttogehalt, abzüglich von Steuern und dem Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung. Dieser Betrag wird dem Arbeitnehmer zum Ende des Monats ausgezahlt.